Pétrus, 1971, 75 cl

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Trinkreife trinken

Bewertung 20/20

Parker: 95/100

When to drink: 2003 to 2032

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SKU: oben-Pétrus, 1971, 75 cl

Beschreibung

Gabriel

Trinkreife trinken
Bewertung 20/20
1986 der absolute Sieger einer allumfassenden 71er Degustation. Gerade dieser Pétrus zeigt, dass die Pomerol-Weine in diesem Jahr Spitzenleistungen bringen: Öffnende, vielschichtige, von Merlot geprägte Nase. Im Gaumen mundfüllend, weich, ohne üppig zu sein, klassisch, samtig, lang, perfekt. 1991 an der Pétrus Probe in St. Gallen: Burgunder-Aromen (Echézeaux). Blind 19/20 Punkte gegeben. Gleichzeitig erfuhren wir auch das Rezept, wie es zu einem solch konzentrierten Wein kommt. Es liegt oder besser gesagt, lag am Hektarenertrag: 27 hl/ha. Noch selten hat mich ein Bordeaux-Wein so fasziniert wie der 71er Pétrus, notierte ich 1992: Nachdem er eine kleine Tiefphase in der Zeit von 1986 bis 1990 durchgemacht hatte, befindet er sich jetzt wieder auf dem absoluten Höhepunkt einer exorbitanten Genussphase. 91: Während einer Pétrus-Vertikal-Probe mit mehr als zwanzig Jahrgängen war der 71er der absolute Tagessieger. Dabei kamen einige Mitdegustatoren mit ihren eigenen Punkten derart in Not, dass einige Male gar 21/20 Punkte vergeben wurden. Die Weinbeschreibung erübrigt sich eigentlich. Es ist alles in diesem Wein drin, was irgendwie an Aromenreichtum möglich ist. 1993 mit René Fitzi aus der Magnum getrunken: Er wurde mir blind eingeschenkt und war derart üppig sowie mit jener süsslichen Kokosnote versehen, wie ich sie oft beim 70er vermutet habe. Deshalb habe ich ihn auch prompt mit demselben verwechselt. Nach 10 Minuten kandierte Orangen-, Schokonoten. Ein gewaltiges Erlebnis. Nach einer 64er Degustation mit 25 Weinen zur Erfrischung serviert: Er wurde von zehn Degustatoren achtmal blind mit 20/20 Punkten bewertet. Erstes, sanftes Sinken der Genussreife im Jahr 1995 festgestellt: Gebündeltes Dörrfrüchtebouquet, ein Hauch Kräuter darin, Malaga-Süsse. Komplexer Gaumen, Süsse im Extrakt, viel Schmelz, im Finish Edelhölzer. Obwohl er immer noch viel Komplexität ausstrahlt, zeigt er allmählich weniger Dichte als vor drei Jahren. So ist auch anzunehmen, dass man ihn jetzt doch langsam aber sicher austrinken sollte. Nochmals eine Notiz aus dem gleichen Jahr von einer anderen Probe: In der Nase feine Cabernet Franc-Note, Bakelit-, Bleistift- und Cassistöne. Im Gaumen noch kräftig, weiter ausbauend, mit viel Saft, wirkt besser balanciert, ausladender als der 70er, jedoch insgesamt weniger konzentriert. 1995 aus der Magnum: Zusammen mit dem 45er der absolute Star der reifen Pétrus-Jahrgänge. Süsses, extrem beeriges Bouquet; komplex, klarer, fast verschwenderischer Merlot-Reichtum. Saftiger, satter Gaumen, höchst kompakt, noch gute Adstringenz anzeigend, viel Cassis, ein Rubenswein, ohne fett oder mastig zu wirken. Unvergesslich für jeden Weinfreund, der einmal aus einer solch phantastischen Magnum einen Schluck trinken durfte. 1995 innerhalb einer Woche zweimal getrunken. Einmal mit Willi Imbach im Old Swiss House, einmal nach der 66er Probe bei Hannes Scherrer in Stäfa: Bei aller, fast endlosen Verehrung für diesen Wein – seinen Höhepunkt hat er leider überschritten. Er bewegt sich von 20/20 auf 19/20 Punkte zu und wer dieses Erlebnis nicht in Frust begraben will, soll ihn jetzt austrinken. Ein Jahr später: Er wird jetzt doch langsam weich und verliert seinen ehemaligen Druck. Austrinken oder verauktionieren. Es tut einfach weh, eine beginnende Agonie einer derartigen Weinlegende mitverfolgen zu müssen. 1997: Die Flaschen wurden – den Göttern sei’s geklagt – rund drei Stunden zuvor dekantiert. Was sich im Glas widerspiegelte, war der Abglanz eines ehemalig dramatisch, grossen Weines. Kühl lagern, um Himmels willen nicht dekantieren und dann eher kühl trinken. 99: Eine gut gefüllte Flasche, die sich schon fünf Jahre in meinem Keller befand. Wie von mir befürchtet, geht die Evolution jetzt sehr schnell voran. Der Höhepunkt ist definitiv überschritten. Ich liess noch einen kleinen Schluck in der Flasche im kühlen Keller. Am anderen Tag war der Wein oxydiert, darunter noch etwas schokoladig und mit Feigenextrakt im Finale. 02: Es tut einfach weh, diesen einst so verführerisch süssen, grossen Pomerol nach und nach sterben zu sehen. Für sich alleine getrunken, aus einer gut gelagerten Flasche ist dieser 71er Pétrus immer noch ein recht schönes Erlebnis. Aber leider stand gleich im Glas daneben der 70er Bulldozer-Pétrus mit einem derartigen Power, dass der Unterschied dramatisch ersichtlich wurde. Leider sind auch die allerbesten Flaschen immer mehr am Luft ablassen. 06: Reifendes, aufhellendes Granat aber noch recht dicht in der Mitte. Reifes Schokobouquet, geröstete Nüsse, Nuttelatouch, Guanduja, Malz, warme Ausstrahlung, süss in der Nase schmeichelnd. Im Gaumen sehr reif, wieder viel Malz, im Innern ein rotes Cassisparfüm zeigend, aussen fett. Sicherlich jetzt am Ende der Genussreife. In der Regel gilt der 1971er als „endreif“, diese tolle Flasche brachte eine gewisse Renaissance. 10: Paolo Cattaneo öffnete eine Flasche zum Kartenspielen und ein paar Monate später nahm Philipp Buholzer eine Flasche mit für eine Weinprobe im Januar 2011 in Hochdorf. Zwei Mal 20 Punkte. Unglaublich wie sich dieser Wein gehalten hat und mit einen Aromen von Caramell, Himbeeren, Pralinen und Ingwer nur so herum spielt… 11: An der 71er-Probe in Risch. Ziegelrot-Oranges Granat. Himbeeriges Bouquet, heller Tabak, kandierte Früchte, Napolitaines Bisquits, helles Caramel und Butterspuren. Cremiger Gaumen, viel Charme, eine unendliche Süsse zeigend, perfekt balanciert, gebündeltes unbändig süsses Finale in dem sich parfümiertes Erdbeermark und Ingwerspuren zeigen. Perfekte Flasche und zu den besten 1971er gehörend. (20/20). 11: Aufhellend, ziegelrot, deutlicher Rand aussen. Beginnt mit leicht stieligen Noten, dann viel rotes Cassis und Holunder- und Hagenbuttenoten, dezent laktisch Himbeer-Joghurette und helle Schokolade zeigend. Wie beim 1985er Kreuzkümmeltouch, aber alles ist feiner eleganter, seidiger aber mittlerweile auch etwas fragil. Ohne zu Dekantieren eher kühl geniessen. Man erlebt hier einen Gros-Frère-Richebourg aus Pomerol. Reifer als der 70er und im Vergleich eine feminine Variante dazu. 11: Für Oswin Lipp zu seinem 40igsten Gerburstag geöffnet. Leuchtendes Weinrot mit orangen und ziegelroten Tönen. Fein rauchig, dann mit unglaublich frischen Himbeerennoten aufwartend, warme Pralinen, geröstete Haselnuss und ein Hauch Caramel, ausladend und berauschend. Im Gaumen ein Ausbund an Süsse, grazile Textur mit einem Gänsehaut vermittelndem Parfüm im Innern, alles ist charmant, perfekt verteilt und das Finale hat eine Pomerolsüsse, wie es nur ein Wein auf der Welt derartig vermitteln kann: Pétrus! 11: Im Herbst zum vierten Mal in diesem Her getrunken. Also bekomme ich langsam 1971er-Pétrus-Routine. Das Ding ist burgundisch, fruchtfrisch und tänzerisch. 11: Im Old Swiss House. Mitteldunkles Rot mit deutlich reifendem, dezent orangem Rand. Das Bouquet begann mit einem Rosinen-Pralinenton, dabei eine volle burgundische Merlotsüsse zeigend, weit ausladend. Im Gaumen Erdbeermark, wieder viel Schokonoten, feine Kräuter und sogar etwas Honig im Finale. Es war der bisher süsseste 1971er Pétrus. Er war genau auf dem Punkt! Als ich aufs Wein-Buffet schielte, sah ich, dass es noch ein wenig in der Flasche hatte. Als ich mich unbemerkt fühlte, schlich ich mich meinem Glas dort hin. Nur der Nikolaus hat mich gesehen… (20/20). 14: Aus Gabriel’s Weinkeller. Sehr dunkles, gereiftes Purpur. Süsses, Bouquet, welches nach reifen, dunklen Pflaumen und Pralinen duftet, getrocknete Himbeeren, Himbeerendropse, Rosenpfeffer, leicht rahmig und somit mit einer sublimen Fülle, die Merlots zeigen ihre Frische und Süsse, komplex und nach «pomeroligem Richebourg» duftend, also die klassische, grosse Pétrusnase zeigend. Perfekter Gaumen, auch hier wieder eine berauschende Süsse, Waldhimbeeren, Grenadine, Erdbeerenkonfitüre, Kokos und Ingwer im Innern zeigend, immer noch mit passendes Adstringenz. Ein ganz grosser Pétrus mit unendlich vielen Finessen. Der Wein hält, in dieser Form, noch locker ein paar Jahrzehnte durch. Die Muse küsst den Kenner! (20/20). 15: Als ich den Wein dekantierte, duftete es nach frisch gepflückten Beeren und das Bouquet erfüllte einen grossen Teil des Raumes. Leuchtendes Granat, keine Müdigkeit in der Farbe zeigend. Das Bouquet beginnt genial und zeigt unglaublich viele Facetten, dabei wirkt das Nasenbild frisch, weist Kräuter auf (Minze und Eisenkraut), dann folgen Beeren in einem Spiel von rot, blau bis schwarz. Alles ist in einer traumhaften Süsse verpackt. Der Ansatz vom Nasenbild ist tendenziell etwas laktisch und das gibt dem Bouquet eine schier rahmige Fülle. Im Gaumen geradlinig und direkt, mit einer fantastischen Präzision und Ausgeglichenheit. Ein bewegender Schluck eines absolut perfekt gereiften, ganz grossen Pétrus. Keine Bombe, aber mit einem burgundischen Richebourg-Flair. Wenn man solch genialen Flaschen begegnet, so hat man hier mindestens zehn weitere Jahre die volle Genussgarantie.

 

Parker: 95/100

When to drink: 2003 to 2032

Zusätzliche Information

Gewicht 1.3 kg