Palmer, 1995, 75 cl

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Trinkreife 2010-2025

Bewertung 18/20

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SKU: 65-E-Palmer, 1995, 75 cl

Beschreibung

Trinkreife 2010-2025
Bewertung 18/20
Die Assemblage wurde erst Ende Februar 1996 gemacht. Yves Chardon, Chef de Culture wollte den Wein eigentlich nicht zum Verkosten anbieten.

Der 95er ist ein „langsamer“ Jahrgang, man hätte ihn erst im Mai zur Degustation freigeben sollen. Die Tannine sind einfach zu präsent, um einen solchen Wein richtig beurteilen zu können.

Fassprobe (18/20): Herrliches Holunderbouquet mit tintiger Würznote, Bananenton. Saftiger Gaumen, homogen gegliederte Tannine, adstringierendes Extrakt, gute Balance. Erinnert stark an den 85er Jahrgang. Im September 1996 hatte er einen delikaten, rotbeerigen Duft mit sehr viel Charme. Im Gaumen wunderschön ausgelegt, samtige Konturen, die Gerbstoffe sind weich und lassen nahezu auf einen Chambertin-Charakter schliessen. Ein zarter Wein – typisch wie ein grosser Margaux sein soll! 97: Kurz vor der Abfüllung auf dem Château nachdegustiert: Umwerfendes Minze- und Kräuterbouquet, rotbeerig, wunderschön parfümiert. Im Gaumen fast cremiges Extrakt, reife Frucht, eher mittelgewichtig mit langem Rückaroma (18/20). 02: In Mürren in einem Restaurant getrunken: Wirkt nicht besonders zugänglich und scheint, für den sonst grossen Médoc-Jahrgang fast etwas zu leicht geraten zu sein. Momentan ist die Säure leider recht vordergründig, also unbedingt noch zwei Jahre zuwarten (17/20). 03: Wieder mehrmals degustiert. Ein paar Füllungen scheinen eine unpassende Säure zu haben. In dieser Serie war er der strahlende Sieger: Tiefes Purpur mit lila Reflexen. Volles, ausladendes, mit süssen Pflaumen durchzogenes Bouquet, vor allem der Merlot darin gibt eine betörende Süsse und auch komplexe Fülle ab. Der weiche Säurepegel verleiht dem Gaumenspiel eine dramatisch cremige Note, Maulbeeren, Cassis und schmelzendes Weinfett, trotzdem zeigt sich eine ausbauende Kraft und langatmige Adstringenz, die unter allem Charme wohlig verpackt liegt, druckvolles, berauschendes Finale. Zeigt Ähnlichkeiten mit dem Wesen der legendären Jahrgänge 1961, 1966 und insbesondere 1989, allerdings in einer dezent leichteren Form (18/20). 05: Dunkles, sattes Purpur, leicht trüb, rubiner Rand. Würziges, leicht animalisches Bouquet, rote Beeren, sanfte Trockenheit, Stielwürznoten, heisse Cabernetspuren. Im Gaumen muskulöser Körper, aber leicht sehnige Textur zeigend, gerösteter Kaffee, schwarze Oliven und eine pflaumige, aber auch hier wieder leicht trockene Note zeigend. Ein sehr aromatischer Wein der aber etwas mehr Fett aufweisen sollte und vor allen noch wenig Harmonie zeigt (17/20). 06: wird igendwie immer schlanker und auch saurer. Zeigt viel mehr Muskeln wie Fleisch und weiss gar nicht zu überzeugen. Ob das nur eine Zwischenphase ist? Momentane Tendenz: absteigend. (17/20). 08: Sattes Purpur, feiner Rand. Rotes, reifes Fruchtbouquet, weisser Pfeffer, rote Pflaumen, Steinmehl, schlank, recht tief aber noch verschlossen. Im Gaumen viel Stoff, noch deutliche Adstringenz, wirkt verschlossen wenn nicht gerade blockiert oder gar sperrig, noch weit entfernt von der ersten Genussreife, wirkt auch von der Extraktion her etwas übervinifziert, wohin führ der Weg. In erst 5 bis 10 Jahren wissen. Noch viel zu jung. (17/20). 10: Stetig zulegend. Weist viel Würze auf, fast ins Nelkenpulver drehend und Sechuanpfefferkörner zeigend. Recht milde Tannine, die Säure ist jetzt etwas besser integriert als bei früheren Kontakten, gleicht immer mehr dem 1985er. Jetzt bekommt er einen Punkt mehr. (17/20). 13: Aufhellend, von der Farbe her wenig Konzentration zeigend. Die Nase zeigt recht viel rote Johannisbeeren, Himbeeren und Weichseln, da schwingt auch etwas Florales in Form von Fliedernoten mit. Im Gaumen seidig, elegant, eine gut stützende immer noch erfrischende Säure zeigend, wirkt noch vordergründig, im verschlossenen Innern ist Faszinationspotential verborgen. Die Genussreife ist hier definitiv noch nicht da. Vielleicht in ein paar Jahren. (18/20). 15: Ziemlich dunkles Rubin, nur wenig Reifetöne. Er zeigt sich noch erstaunlich fruchtig, hat Maulbeeren und eine zarte Süsse drin und dabei eine erstaunliche Konzentration vermittelnd. Im zweiten Ansatz nussige Konturen, zarter Rosinenschimmer und die typischer Palmer-Pflaumentöne. Im Gaumen frisch, stoffig und unglaublich gut unterwegs, die fein aktive Säure gibt ihm weitere Frische und die restlichen Tannine deuten eine geniale Reife an. (18/20).

SCHON BEIM DEKANTIEREN WAR ER LEIDER SCHON EHER SCHWIERIG

Um 16.00 entkorkte die Crew bereits die ersten, stehend gelagerten Flaschen. So setzt sich das Depot gemächlich am unteren Ende der Flasche ab. Das Dekantieren fällt so leichter. Denkste!

Beim 1995er kam ich ins Schwitzen. Die erste Flasche korkte fürchterlich. Andere waren leicht muffig. Andere zwar etwas fruchtiger, aber unglaublich trübe. Irgendwie war jede Flasche etwas anders. Entsprechend kontrovers wurde dann dieser Wein verständlicherweise auch vom Publikum aufgenommen.

1995 Château Palmer: Dunkles Weinrot, matt und trüb. Das Bouquet trocken, die Frucht verhalten, erdiger Schimmer und staubige Eindrücke. Im leicht dumpfen Untergrund findet man eine schöne Tiefe mit trüffeligen, aber auch an gedörrte Herbsttrompeten erinnernde Konturen. Im Gaumen mit viel unverdauten Tanninen aufwartend und sehnige Strukturen zeigend. Die Adstringenz ist nach wie vor ziemlich verlangend und es scheint, dass der Wein sich nur langsam entwickelt. Er ist auf der Suche nach Harmonie und wird diese hoffentlich mit dem weiteren Flaschenausbau auch hoffentlich auch irgendwann finden. Potentialwertung: 17/20

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16: Leuchtendes Granat-Rubin, mittlere Tiefe. Wirkt frisch und zeigt viel rote Johannisbeeren, Himbeertouch und ein Hauch von Granatapfel, dann Rosenduft und Rosenpfeffernote, wirkt noch unfertig und zeigt an, dass da in Zukunft noch mehr kommt. Im Gaumen frisch, pfeffrig, wirkt vordergründig und noch deutlich aufrauhend. Die Säure scheint den Körper (noch) zu dominieren und so macht er im Moment noch zu wenig Spass. Um ein grosser Palmer zu werden, muss er die Säure baldigst integrieren, sonst wird das möglicherweise zu einem Kraftakt. Kommt er noch??? Diese Flasche: 17/20. 19: Mitteldunkles, trübes Purpur, fein aufhellender Rand mit ersten ziegelroten Reflexen. Das Nasenbild zeigt deutliche Noten von extrahierten Schalentönen, Anzeichen von Rosinen, Honig und ersten Terroirnuancen. Im zweiten Ansatz frisches Rehfleisch und Tabak, sowie feine Ledertöne. Im Gaumen von den Tanninen her massiver als die generelle Form des Körpers her gibt. Also kommt es hier zu gewissen Ungereimtheiten, das Finale ist gerbig und fast kernig. Auch nach 24 Jahren ist da noch keine Harmonie in Sicht. Also sind die Zukunftsprognosen von diesem schizophrenen Wein nicht rosig. Mein Tipp: Nicht kaufen. Oder wenn man im Keller hat: Verkaufen. Das wird nie mehr was. Schlecht selektioniert – nicht gut vinifiziert! Punktetendenz sinkend. (17/20)

Zusätzliche Information

Gewicht 1.3 kg