Margaux, 1989, 75 cl

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Trinkreife trinken ( – 2030)

Bewertung: 18/20

Parker: 95/100

Nicht vorrätig

SKU: 10-E-Margaux, 1989, 75 cl

Beschreibung

Gabriel

Trinkreife trinken ( – 2030)
Bewertung 18/20
90: Ich hatte noch den Latour im Mundwinkel, als wir den 89er Margaux als Fassprobe vorgesetzt bekamen (17/20): Würziges Bouquet, schwarzes Holz, wirkt bereits gebunden, mittlere Textur. Hat keine Chance, an die Qualität des 83ers oder des 86ers heranzukommen. Der Merlot wurde am 8. September, der Cabernet am 16. September geerntet. Am 27. September war alles unter Dach und Fach. Kurz nach der Abfüllung auf dem Château: Ein überbratener, atypischer Margaux. Im Moment reicht es nur für 16/20 Punkte! Als Amarone wäre es ein 18/20 Punkterlebnis. Was mich nebst der Süsse am meisten stört, ist die Barrique, die den Wein antrocknet sowie eine Spur zu viel Pfeffer im Gaumen, der sich in Chili-, Tabasco- und Paprikapulverform zeigt. Schwierige Zukunft? 1992 eine halbe Flasche: Es ist sehr wunderlich, dass ein so junger, grosser Wein bereits braune Reflexe unter der Oberfläche verbirgt. Sehr wahrscheinlich hatten einige Beeren den Sonnenbrand und diese bräunliche Note ging bei der Fermentation in die Grundfarbe über. Es bestätigt leider auch gleichzeitig meine Theorie, die ich 1991 bereits über diesen Wein angestellt hatte: Fette, reiche Nase geprägt von Dörrfrüchten (Birnen und Bananen). Im Gaumen heiss und punschig. Feines Tannin, das jetzt aufgrund der eher niedrigen Säure mit viel Fett umgeben ist. Ich kann mir vorstellen, dass viele Weinfreunde, die den Wein zuerst trinken und dann meine Notizen lesen, mit meiner Bewertung nicht einverstanden sind. Für mich ist er total atypisch und dafür, was er bietet, viel zu teuer. Solche heissen Säfte kriegen Sie in Italien massenweise zum halben Preis, was immer noch zu teuer wäre. Und immer wieder, wenn ich ihn vorgesetzt bekam, fielen mir die überbratenen, rosinierenden Töne im Bouquet sowie die trockenen Tannine auf, z.B. 1994: Wuchtiges, rotbeeriges Konzentrat, Maul- und Erdbeeren, süss, Rauch, gebratene Dörrfrüchte. Viel Stoff, jedoch sehr trocken im Gerbstoff, zähfliessend. Hat vermutlich etwas zu wenig Weinfett, um die Trockenheit in den Gerbstoffen wettzumachen. 99: Um einen regnerischen Sonntagnachmittag mit Kartenspielen zu überbrücken, hatte Bärti Stocker schon mal eine Magnumflasche 89er Margaux bereitgestellt: Bereits erste Reifetöne mit bräunlichen Reflexen. Das Bouquet ist heiss, korinthig, zeigt Schokonoten, aber auch Rosinenspuren von sehr reifem Merlot. Im Gaumen gibt die Trockenheit eine enorme Konzentration, lässt aber das Extrakt noch trockener und fast etwas zäh erscheinen. Der Petit Verdot zeichnet für eine schwarze Pfeffernote und einen Teerton verantwortlich, wie man ihn sonst nur bei grossen Hermitage findet. Einerseits noch nach Reife verlangende Adstringenz, andererseits eben diese Trockenheit, die er immer schon sein Eigen nannte. Weiter verfolgen – aber ein ganz grosser Margaux wird nie daraus werden (17/20). 01: Mein Gott, wenn ich bedenke, wie viel Spass der Monbrison macht und wie genial der Palmer ist, dann muss ich dem Margaux-Team ganz offen Vorwürfe machen: Erdiges, fast fruchtloses Bouquet, Rosinentöne, aber auch gewisse oxydative Aromen im verbratenen Bouquet. Im Gaumen so trocken, dass man Speichel aktivieren muss, um ihn nur einigermassen schlucken zu können. Das Potential ist da, aber man muss sich ernsthaft fragen, ob der Wein je einmal den berühmten Margaux-Charme bekommen wird? Wenn er sich nicht bald bessert, verliert er einen bis gar zwei Punkte (17/20). 03: Leicht aufhellendes Granat, erster oranger Schimmer, grosser Rand aussen. Berauschendes, süsses Bouquet, Preiselbeeren, helle Edelhölzer, Milchkaffee, geröstete Nüsse, delikat und fein. Wirkt im Gaumen eher leicht, bleibt dabei aber tänzerisch, stark rosinierendes Traubengut, Honigkonturen, die Gerbstoffe tragen eine tendenzielle Trockenheit in sich, würziges Finale mit Irish Moos und Pfefferkuchen. Trocknet er aus oder legt er noch zu? Sehr schwer zu beurteilen. Ein Fragezeichen mehr oder weniger spielt bei diesem Margaux 1989 eh schon keine Rolle mehr (17/20). 06: Was für ein Mittagessen. Wir bestellten gleich drei Weine auf einmal und liessen die Soldaten miteinander antraben. Im rechten Glas: 1989 Latour, im mittleren; 1989 Lafite und links; dieser Margaux 1989. Die Farbe erstaunlich tief, mit sanften Reifetönen. Das Bouquet begann und blieb trocken, sehr würzig, Ledertöne, getrocknete Kräuter und kandiertes Malz. Im Gaumen fest, eine kräftige Säure, sehr konzentriert. Der Wein entwickelt sich noch und weist ein erstaunliches, bisher nie richtig bemerktes Potential auf. (18/20). 07: Dunkles Purpur, dezent bräunlicher Schimmer im Innern zeigend. Süsses Bouquet, sanft trocken, Korinthen, Rauch, Sommertrüffel, Wildleder und Moschus, insgesamt eine heisse Expression. Im Gaumen noch präsente, fleischige Tannine, körniger Fluss, zeigt einen massiven Körper und eine superbe Konzentration. Klingt lange nach im Finale, gehört zu den Klassikern. 08: In Spanien blind neben dem wiederum enttäuschenden 82er Château Margaux verkostet. Der 89er wird immer besser und streift seine Jugendsünden ab. Ist dabei minzig, rechr dick und zeigt im Gaumen Malz, Kräuter. Wenn er so weiter macht, dann landet er auf 19/20!. 10: Eigentlich war da von der Kraft her mehr im Glas als beim mit der Maximalpunktezahl bewertete Palmer der sich im Glas links befand. Aber bei Premiers zählen halt letztendlich schon die Finessen. (18/20). 12: Sattes Purpur, fein ziegelroter Rand aussen. Süsses, kompottiges und auch leicht alkoholisch wirkendes Bouquet, ein Hauch von einem Ruby-Port vermittelnd, zu Kopf steigend. Im Gaumen aussen – für einen Margaux ungewöhnlich cremig und fett – innen mit noch verlangenden Gerbstoffen. Hat sich in den letzten Jahren immer um Nuancen verbessert und scheint so noch einen Punkt zulegen zu wollen. Zeit hat er dafür genug, denn das Potential ist spannend und reicht locker für 20 weitere Jahre. (18/20). 13: Leuchtendes Weinrot, feiner, ziegelroter Schimmer im Innern. Duftiges Bouquet, leicht stielige Aromen, dominikanischer Tabak, Red-Belt-Pepper (getrocknete rote Paprika), Cayennenoten, irgendwie war er auch eine gewisse Zeit leicht staubig. Im Gaumen mit einer guten Konzentration aufwartend, das Extrakt ist (noch) blockiert, die Säure hat sich also immer noch nicht ganz integriert. Wirkt so – als Château Margaux – noch zu wenig charmant und immer noch dezent ruppig. Die Süsse im Finale ist jedoch sehr versöhnlich. Ohne Eile beginnen. Hier ist noch ein gewisses Überraschungspotential drin. (18/20). 14: Trocken-süsses Bouquet, Curryschimmer, Rosinen, Honig, erste Ledernoten. Im Gaumen mit pikantem Beginn, also mit pfeffrigen Tanninen auf der Zunge. Ein rassiger ja schon fast ungestümer Margaux. Erst am Anfang einer langen Genussreife.

 

 

Zusätzliche Information

Gewicht 1.3 kg