Haut Brion, 1966, 75 cl

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Trinkreife trinken

Bewertung 19/20

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SKU: 65-E-Haut Brion, 1966, 75 cl

Beschreibung

Gabriel

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Bewertung 19/20
Mit Cheval und Latour einer der ganz grossen Weine des Jahrganges 1966. Der Wein kostet zum Zeitpunkt dieser Notizen im Frühjahr 2000 gerade mal 350 Franken. Also ebensoviel wie der Haut-Brion 1990, welcher dann in etwa zwanzig Jahren einmal gleich weit sein wird. Manchmal leide ich wirklich unter Realitätsverlust, vor allem dann, wenn ich die heutige Marktszene betrachte!?! Bereits der erste Kontakt mit diesem Wein war bombastisch. Max Gerstl öffnete 1988 eine Doppelmagnum im Hubli’s Landhaus in Davos. 1993 machte ich mir zum ersten Mal ernsthaft Gedanken über diesen Wein: Niemand spricht von diesem 66er, der sich immer mehr zur Superklasse entwickelt. Diesmal habe ich ihn direkt neben dem La Mission degustiert, der mir immer dünner zu werden schien. Der Haut-Brion ist jung in der Farbe, voll bepackt mit gebündelter Konzentration und einem Charme im Gaumen, dass fast ein Pétrus neidisch werden könnte. 1996 eine traumhafte Magnumflasche mit einem fetten, opulenten Schokobouquet. Üppig, noch sanft adstringierend, viel Druck und betörende Süsse im Finish. Ein wahrer Rubenswein! 96: Süsses, malziges Bouquet; herrlich ausladend, höchst komplex, fast marmeladige Anflüge, pflaumig, Tabak, Totentrompeten. Im Gaumen rund, charmant, noch gut stützende Säure, viel Schokolade. Die Gerbstoffe sind reif und mollig. Ein grossartiger Haut-Brion und gleichzeitig einer der schönsten, reifen Bordeaux, die es überhaupt gibt. 19/20 für Magnum und Normalflasche im selben Jahr genüsslich getrunken. 00: An einem Sonntagabend im Sempacherhof: Immer noch intakte Farbe; wenig Reifetöne. In der Nase zeigen sich erst grüne Töne, das Nasenbild beginnt schlank, bekommt dann aber immer mehr Facetten; Tabak, Korinthen und Teerspuren wie bei einem Hermitage. Er hat mich erst von der Aromatik her und auch von seiner noch jugendlichen Form an einen 78er erinnert. Im Gaumen ebenfalls eher schlank, aber ein tolles Aroma zeigend, wiederum Tabak, Malzspuren, erdige Süssnoten. Erst meinte ich der Wein sei eigentlich fast überreif, doch nach einer halben Stunde legte er immer noch zu. Aus einer Magnumflasche 2002: Völlig junge, noch mit Granatreflexen durchzogene Farbe, dezenter Rand aussen. Erst schlankes, aber mit noch viel Frucht, Kirschen und Waldbeeren durchzogenes Bouquet; im Ansatz schlank, aber intensiv. Im Gaumen zu Beginn eine leicht dominierende Säure, die sich nach einer halben Stunde weich im Extrakt einbettet, wiederum Kirschen, sanft marmeladig in den Ansätzen, extrem langes Finale mit würzigen, Geraniol- und Pfefferschotenoten. In dieser Magnum erst am Beginn einer sehr langen Genussreife. Mit Latour und Cheval zu den ganz grossen 66ern gehörend (19/20). 04: Und wieder eine sensationelle Flasche in Linz (19/20). Den Göttern sei’s geklagt; die Magnum war korkig. Glücklicherweise waren die beiden folgenden Weine(Cheval-Blanc und Latour) auch vom gleichen Jahrgang und auch aus der Magnum! 09: Eine Woche später bereits der Trost für die korkige Magnum in Form einer brillanten Normalflasche. Buttrig, süss mit Caramel und stichfestem Moccajogurth. Im Gaumen füllig, burgundisch mit viel Schmelz und erstaunlich viel Saft, was bei wenigen 66ern der Fall ist/war. 09: Laktisch, Moccajogurth, fragil und mit zerlassenen Butternoten, übereife, dunkle Pflaumen. Wirkt erstaunlich leicht im Gaumen, bleibt dabei saftig, weniger Druck als andere Flaschen in der Erinnerung zeigen, elegantes Finale. Diese Flasche: 18/20. Also schwanken die Erlebnisse zwischen 18/20 und 19/20. 12: Auf Castillo Granadella. Reifendes Weinrot mit dezent bräunlich-orangem Schimmer. Viel Malz in der Nase, ausladend, gebrannte Mandeln, Lakritze (wir Schweizer sagen Bärendreck!), ein Hauch Hirschleder, Trüffelnoten. Im Gaumen füllig, cremig mit eine eleganten bis imposanten Opulenz, gebündeltes Finale, klassische grosse Pessac-Aromen. Dies obwohl auch ein paar Nuancen eine ebenso genialen alten Napa’s drin sind… (19/20). 13: Dunkles Granat mit satter Mitte, wenig gereift. Typisches 66er Bouquet, will heissen, tief, würzig und dezent grün im Cabernetschimmer, dies beschert ihm immer noch eine erstaunliche Frische mit einer Nuance von Eucalyptus. Satter, fleischiger Gaumen, sehr direkt in seiner Ausrichtung, immer noch ziemlich adstringierend und so sein weiteres Potential dokumentierend. Ein grosser Haut-Brion und eine gute Kaufempfehlung, weil er auf Auktionen noch zu einem vernünftigen Preis zu finden ist. Wurde unterschiedlich bewertet. (19/20). 14: Aufhellendes, intaktes Weinrot, fein orange Reflexe. Wunderbare Kaffeenote, Dörrpflaumen, viel dunkler Tabak, dezent welk und erdig. Im Gaumen von weicher Kontur, ganz fein grünlichen Cabernet zeigend. Und damit ist er nicht der einzige, grosse 66er welcher diesen zu kühlen Touch aufweist. Im Gaumen mittlere Konsistenz, leicht kapseliges Finale. Eher ein Food-Haut-Brion. Diese Flasche: 17/20. 15: Eine Magnum aus dem Müller-Schwefe-Keller. Das war ein ganz besonders, hochfeines Erlebnis. So mild und elegant hatte ich ihn noch nie. Er trank sich fast von selbst! (19/20). 16: Mattes Dunkelrot mit feinen Rostnoten, in der Mitte recht satt. Das Bouquet ist klassisch Haut-Brion, viel Malz, Pflaumen, feine Jodnoten, Rauch, dunkles Leder. Im zweiten Ansatz leider schnell mehr Reife zeigend, Soyasauce und getrocknete Herbsttrompeten. Im Gaumen satt, dicht, eine tolle erdige Süsse im Extrakt aufweisend, sehr nachhaltiges Finale. Leider eine Gratwanderung mit der Oxydation machend. Davon gibt es noch wesentlich bessere Flaschen. Das Füllniveau war aber optimal. Trotz sehr gutem Füllniveau eine sehr enttäuschende Flasche. 17/20. 16: Perfektes Füllniveau. Zwischen letztem Granat und ziegelrotem Touch. Die Nase so richtig, sanfter Haut-Brion im Ansatz zeigend, Malz, Leder, Korinthen, feine Rauchnuancen und eine tiefe, schier rauchige Cabernetwürze anzeigend. Im Gaumen sehr elegant, milder, samtiger Fluss und eine geniale Balance aufweisend. Gross und gleichzeitig mit einem hemmungslosen Altweintrinkfluss ausgestattet. Anmut und Grazie zugleich. (19/20). 18: In Bremen bei den Bernds im Grasshof. Eine unglaubliche Delikatesse. Fein im Duft (Zedern, dominikanische Cigarren) und elegant im Körper. Immer noch absolut top. Ein besonders feiner Haut-Brion. (19/20). 20: In der Mitte noch recht dunkles Weinrot mit gewissem Altersschimmer, deutlich aufhellender Rand. Elegantes Bouquet mit minzigem Ansatz, viele Kräutertöne in frischer wie auch getrockneter Form, helles Leder und dominikanische Zigarren im wunderbaren Duft. Im Gaumen elegant, im Fluss saftig und von den noch minim vorhandenen Tanninen her, fein körnig, im Finale Caramel und Nusslikör, sowie kalter Darjeelingtee. Eine geniale Flasche. Femininer Haut-Brion mit einer perfekten Eleganz. Er wirkt irgendwie zeitlos. (19/20).

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusätzliche Information

Gewicht 1.3 kg