Margaux, 1986, 75 cl

CHF 570.00 (inkl. 8.1% MwSt.)

Parker: 97/100

When to drink: 2016 to 2040

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SKU: 105-C-&-103-CIK-Margaux, 1986, 75 cl

Beschreibung

Parker: 97/100

When to drink: 2016 to 2040

Gabriel

Trinkreife trinken
Bewertung 17-18/20
Noch sehr dunkel. Die Nase liegt zwischen «schwierig bis faszinierend». Jod, Brackwasserspuren, ein Hauch Oxydation und dann wieder frische Kräuter zeigend. Im Gaumen immer noch burschikos mit einer mörderischen Adstringenz durch seine prügelhaften, barocken Tannine. Das Potential ist riesig, der Spass verhalten. Polarisierender Wein. 18/20 ??? 16: Magnum. Extrem dunkel, immer noch viel Purpur-Reflexe in der Mitte zeigend. Das Bouquet ist irgendwie schizophren. Es balancieren sich da Töne, welche an einen Amarone erinnern, dann gibt es Nuancen von einer an Malaga erinnernden Altweinnuance. Dann steigt eine kompottige Vierfruchtmarmelade in die nasale Szene und alles wird mit einem schier buttrigen, laktisch anmutenden Ton aufgefüllt. Im zweiten Ansatz; Mineralität in Form von jodig-torfigen Konturen. Im Gaumen wie ein grosses unfertiges Beton-Gebäude ohne Mauern. Die Tannine sind unfertig, brutal und der Wein hat sich in all den Jahren überhaupt nicht entwickelt. So stellt sich denn nach 30 Jahren die Frage, ob es denn da überhaupt noch eine Zukunft für diesen hinterfragenden Margaux gibt? Ich stehe diesem Wein schon lange kritisch gegenüber und habe halbe und normale Flaschen erlebt, welche ebenso viel unverdaute Gerbstoffe aufwiesen, aber schon auf dem Oxydationstrip waren. Das Potential liegt bei 20/20. Der Spass hält sich in sehr tiefen angelegten Grenzen. Ist er schon gegangen? Oder kommt er gar nie??? 17/20? trinken? 17: Sattes, dunkles Granat, immer noch mit lila Schimmer am Rand. Die Nase wirkt frisch, zeigt viel just gehackte Beeren, Wachsnoten, Kiefernuancen und wilder Rosmarin, wirkt tief und geballt, aber irgendwie auch zurückhaltend. Im zweiten Ansatz Malznoten, Kokos, einen unglaublichen Kräuterreigen vermittelnd, Trüffel im Untergrund und dunkle Edelhölzer. Nach 10 Minuten Mentolschimmer und Kampfer. Wie viele der grossen 1986er wirkt er unglaublich viel jünger als die 30 Jahre, welche er auf dem Buckel hat. Im Gaumen extrem fleischig, ein gebündeltes, sich noch sich hart anfühlendes Médocpaket, die Tannine sind brutal zupackend und kämpfen masochistisch auf der Zunge. Es sind wesentlich mehr Tannine da als dass er sich mit irgendwelchen Finessen aufwiegen kann. Fairerweise muss ich auch zugeben, dass er früher als Tanninbolzen auch gleichzeitig deutlich oxidativ war und das ist – zumindest bei dieser Flasche – heute nicht der Fall. Das Potential ist für Überübermorgen. Schlau wird man daraus auch als gewohnter Weinwahrsager nicht. Auch nach drei Dekaden ist er immer noch unmöglich einzuschätzen. Gebe ich jetzt Punkte für das Potential? Dann bin ich bei 20/20. Für den Rest tue ich mich sehr schwer. Meine Kritik geht in Richtung austrocknender Tendenz. Wird er an seinen eigenen Tanninen ersticken? (18/20).

 

Zusätzliche Information

Gewicht 1.3 kg