Pape-Clément, 1999, 75 cl

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When to drink: 2008 to 2028

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Beschreibung

When to drink: 2008 to 2028

Gabriel:

Bewertung 18/20
Pape-Clément 1999 – Nachfolger des legendären La Mission-Haut-Brion 1975?
Den Pape-Clément 1999 verfolge ich seit seiner Geburt – mindestens fünfmal habe ich das Weingut besucht, um mir von der Blüte bis zur jetzigen Primeurverkostung ein allumfassendes Bild machen zu können. Bereits am 17. Oktober 1999 schlürfte ich erstmals an verschiedenen, eben erst fertig gegärten Lots. Ganz toll war der Sauvignon Blanc mit einer verschwenderischen Agrumennote und weissem Pfirsich. Der Sémillon, der 13 % Vol. aufwies und viele Williamsbirnen-Komponenten hatte, dürfte sich in der Endmischung zu einem der allerbesten Pape-Clément blanc entwickeln. Bei den Roten durfte ich sowohl reine Merlot- wie auch reine Cabernet-Cuvées degustieren. Der Merlot schien korrekt, rotbeerig, aber nicht so opulent im Körper wie es sonst in grossen Jahren zu erwarten wäre, hingegen war der Cabernet von einer dramatischen Tiefe und in den Ansätzen so kräftig wie beim Jahrgang 1986, nur noch reifer in den Tanninen und deshalb auch mehr Wärme ausstrahlend.
Fünf Monate später testete ich nochmals die einzelnen Rotweinlots, bevor mir die gewaltige End-Assemblage präsentiert wurde. Und ich bin mir ganz sicher, dass das Resultat in vieler Hinsicht ein Nachfolger des legendären La Mission-Haut-Brion 1975 ist. Zu ähnlich sind die Grundaromen und das fast dramatische Kraftpaket an ungestümem Cabernet.
Merlot-Cuvée Nr. 5: In der Nase etwas leicht anzugehen, viel dominikanischer Tabak, Wildleder und Eierschwämme, wirkt trotz dem recht hohen Alkoholgehalt recht schlank und anmutig, vielleicht etwas trocken von den Tanninen her.
Merlot-Cuvée Nr. 12: Mittleres Purpur. Heisses, nach Korinthen, Rauch und Pferdesattel duftendes Bouquet, Vanilleschoten und dunkles Holz. Im Gaumen bedeutend saftiger als Cuvée Nr. 5 und mit mehr Schmelz in den Tanninen, extrem lang durch eine sensationell stützende Säure.
Cabernet Sauvignon Cuvée Nr. 8: Rauchiges, fast russiges Bouquet, viel Korinthen, schwarzer Pfeffer und Trüffel, extrem tiefgründig. Im Gaumen fleischig, elegant, reife Tannine mit einer unheimlichen Gaumenintensität, extrem langer Nachhall.
Cabernet Sauvignon Cuvée Nr. 15: Absolut königliches Bouquet, viel Edelhölzer, Cassis, Brombeeren, Malaga-Rosinen, Havanna-Tabak, feine Jodnote. Im Gaumen die Perfektion eines ausgereiften, von Terroir behafteten Cabernet, umfassende, extreme Adstringenz, sicherlich das beste Lot, welches mitentscheidet, dass dieser Pape-Clément wohl erst in zwanzig Jahren mit dem effektiven Höhepunkt beginnen wird.
00: Sattes, undurchdringliches Purpur. Rauchiges, mit Kräutern und Tabak durchsetztes Bouquet, pferdige Terroirnote, Ledertöne, Korinthen und Baumnussschalen, bereits in der Nase schon ein Ausbund von Charakteristik, feine Terroirnuancen; frisch gestochener Torf. Im Gaumen füllig, burgundisch, hochfein in der Balance und seinen wiederum sehr breit gefächerten Geschmackselementen zu folge, eine unvergleichliche, nicht kopierbare Grundaromatik, feine, noble Bitterkeit im Nachklang, von viel Tabak dominiert. Es ist zu vermuten, dass dieser Wein seinen eigenen Erfolg im Jahrgang 1990 und 1996 noch übertrifft und sich zu einer 1:1 Kopie des legendären La Mission 1975 entwickelt. 04: Mehrere Kontakte. Irgendwie dachte ich wohl, dass ich ihn bei anderer Gelegenheit schon x-Mal notiert hatte. So ist diese Notiz halt eher ein Nachtrag. Da ich ihn in einer Dreier-Serie des Jahrgangs 1999 verkostet (die anderen beiden waren Batailley und Léoville-Barton…), konnte man seine Grösse relativ einfach justieren. Das ist grosser Bordeaux! Warum? Weil der Körper eigentlich nur gerade mittelgewichtig ist, die Aromatik von der Intensität her aber mit einem Amarone locker standhalten kann. So viel Terroirwürze und Wärme findet man eigentlich nur bei einem Hermitage; Trüffel, Korinthen, Lakritze und Leder. Im Gaumen fein mit noch zu verdauenden, feinsandigen Gerbstoffkörnern. (19/20). 07: Mittleres Purpur, rubiner Rand. Tolles Bouquet, süss mit Wachsnoten, Wildkirschen, rote Johannisbeeren, Zitronenthymian, klar ausgerichtet und schön fruchtig, von der Würze her einen Zedernholztouch zeigend. Klassischer Gaumen, tolle Würze, elegant, mittelgewichtig, nobel, Lakritze und Ledernoten im aromatischen Finale. Erste Reife mit burgundischen Konturen, aber auch immer noch schöne Reserven aufweisend. 07: Eine geniale, extrem tiefgründig-würzige Magnum bei Magi Haller. In 5 Jahren wird das ein ganz gewaltiges Erlebnis sein. Vielleicht ist das gar der allerbeste 99er Bordeaux!?! Und wieder an einem Jassnachmittag bei Dominique Halm hemmungslos getrunken. Es war der erste Wein von sechs weiteren folgenden. Es blieb der absolut geilste Wein des Tages. 08: Eine traumhafte Magnumflasche an einem lauen Sommerabend mit Freunden auf der Terasse im Restaurant Annex vom Park Hotel in Weggis. Daneben stand der Pichon Lalande – ebenfalls aus der Magnum und Jahrgang 1999 – der neben dem tiefwürzigen Pape wie ein laues Wässerchen erschien. Und am Tag dana tranken wir ihn nochmals in der Obermatt aus der Normalflasche. Diese war buttrig und genau reif. Also nach wie vor einer der allerbesten 1999er und aus einer Zeit, da Pape Clément noch schwer erschwinglich war. 09: Während dem Magnum-Fstival in Bremen aus einer Nébuchadnezarflasche (15 Liter!) getrunken. Und zwar einen ganzen, langen Abend lang. 44 Personen durften sich diesen noblen Tischwein teilen und um Mittnacht war Sense. Ein grosser, samtener, weicher, süsser Wein der sich wie eine erotische Verführung trinkt. (19/20). 11: Das ist eine nasale Gewürzkiste mit einer unglaublichen Frische drin. Für mich ist das momentan der beste 99er – neben dem Latour. (19/20). 14: Dunkles Weinrot mit erster Reife. Warmes, pflaumiges Bouquet, in Innern eine erdige Terroir-Trockenheit zeigend, würzige Wildledernoten, sehr vielschichtig und nasal viel Kraft dokumentierend. Im Gaumen fest, dezent mürb werdende Tannine, diese zeigen eine etwas körnige Kontur. War lange einer meiner Pape-Lieblinge und ich denke, dass er sich in den nächsten Jahren nochmals aufbäumen wird. Wer diese Theorie nicht glaubt, der greife nach dem Korkenzieher. Auch ich werde meine Bestände jetzt etwas reduzieren. Diese Flasche: 18/20. 14: Sattes Purpur. Das Bouquet gibt sich unglaublich konzentriert von der Jahrgangsvorgabe, würzig, ledrig, getrocknete Heidelbeeren, Tabak, schwarze Kirschen, Pumpernickelbrot. Im Gaumen stoffig und fleischig, immer noch mit gutem Rückhalt ausgestattet, viel Rückaroma. Das war unser Tischwein bei der grossen Pape-Probe im Sempacehrhof. Und den gab’s à gogo. (19/20). 15: Er wird jetzt trockenwürzig. Aber vielleicht lag es auch an dem extrem heissen Wetter. (19/20). 18: Sattes, dunkles Purpur, feiner Rand aussen. Offenes, zart rauchiges Bouquet, viel Dörrfrüchte, Tabak, Malz. Gibt sich wesentlich reifer als Mission und Haut-Brion. Im zweiten Ansatz; Edelhölzer und Zedern und schon wieder Tabak, diesmal in Form von wunderbaren Havanna-Zigarren. Im Gaumen fleischig, nicht wahnsinnig fein, aber dafür wirkt er durch seine feinsandige, körnige Textur sehr charaktervoll. Der charaktervollste Wein in der Serie. Die Tannine wirken momentan etwas antrocknend. Konklusion: Grob – aber grossartig! Der Genusszenit ist hier eindeutig erreicht. Nun wird es wohl doch langsam Zeit die letzten Flaschen zu entkorken. 18/20 austrinken

 

Zusätzliche Information

Gewicht 1.3 kg