Palmer, 1983, 75 cl

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Trinkreife trinken ( – 2030)

Bewertung 19-20/20

 

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SKU: 19-F-&-neu-12er-OHK-Palmer, 1983, 75 cl

Beschreibung

Gabriel:

Trinkreife austrinken
Bewertung 19-20/20
Ein grosser Wein, der mit den Jahrgängen 1961, 1966 und 1989 zu den allerbesten „millésimes“ von Palmer gehört.

07: Für 60 Personen im Sempacherhof am Januar-Wine&Dine serviert. Sehr reife Flaschen die direkt vom Château kamen, tänzerisch, zart und delikat, mit etwas wenig Druck vielleicht, weil ich halt einfach von diesem Wein mehr erwartete. Kann es sein, dass die Genussreife hier nun doch fortgeschritten ist, oder waren es wirklich etwas zu warm gelagerte Flaschen? Diese kamen direkt vom Château! Im Herbst 2007 aus dem Keller von Thomas Weissmann. Unter 10 verschiedenen Weinen war das jener Wein über den man anm meisten sprach. Die Süsse bringt eine berauschende Nasenfaszination und der Gaumen ist hoch fein und elegant. 08: Er wird schlanker, fragiler und doch irgendwie süsser. Nicht dekantieren und etwa bei 15 Grad in ein etwas grösseres Glas einschenken. Dann schmeckt er wie ein granz grosser Grand Echézeaux! Das ist so ein Wein, bei dem man denkt, dass es jetzt höchste Zeit ist und er sicherlich 10 Jahre lang sich auf seinem Genusshöhepunkt nur wenig weiter entwickelt. 09: Mittleres Rubin-Purpur, aufhellender Rand. Süsses, fettes, ausladendes Bouquet, Datteln und Hagebutten, Erdbeermark, wuchtig und impulsiv. Im Gaumen samtig, dicht und mit unerhört viel rotbeerigem Fruchtschmelz, enorm konzentriert in einer unglaublichen Form und mit nachhaltigem Finale. Richebourg live! Nahe der Maximalbenotung. Wirkt jünger als sonst getrunkene Flaschen. 09:Magnum: Heisses, rosiniges Bouquet, ein Hauch Feigen und auch sonst viel Dörrfrüchte, berauschend wie Hasch-Hisch. Im Gaumen ein grosser Schluck von einem ganz grossen, klassischen Palmer und das ist immer so, wenn er sich wie ein ganz grosser Burgunder trinkt. 10: Ist er jetzt leicht überreif oder noch nicht ganz da? Mal erlebte ich ihn zum Austrinken und jetzt wieder eine Flasche die an der Luft zulegte. Wunderschön ist es alleweil. (19/20). 11: Magnum. Weil der Tischwein – eine Impérial Valandraud 2000 (!!!) – korkte kam diese traumhafte Magnum etwas unprogrammgemäss früher zum Einsatz. Deshalb noch etwas zu kühl zu Beginn. Das war für ein paar Minuten lang ein Nachteil und dann ein Vorteil. Dies deshalb, weil der Wein durch seine Erwärmung immer mehr Aromen frei gab und sich so zu einem richtigen Nasen-Genuss-Krimi entpuppte. Aufhellendes Granat mit orangen Reflexen am Rand. Verrücktes Rosinenbouquet, Kamille, getrockneter Kümmel, eine trockene und facettenreife Süsse zeigend. Cremiger Gaumen mit einer verrückten Konzentration, warmer Merlot, wieder viel Rosinen, heller Kaffee, gebündeltes, hoch aromatisches Finale. In dieser Magnum wie eine Renaissance zu geniessen. Absolut genial und memorabel. Aufgrund dieser Magnum entschied ich mich, nächstes Jahr eine Best-Magnum-Bottle-Party zu organisieren. 20/20 für diese Magnum. 11: Obwohl der Wein sehr reif ist, würde ich ihn jeweils eine Viertelstunde dekantieren und dann eher kühl servieren. Er wirkt erst etwas rosiniert und erfrischt sich dann etwas. Wird immer Burgundischer! (19/20). 13: Mittleres Weinrot, dezent aufhellend aber wenig Reifetöne. Offenes Bouquet, Dörrfrüchte, Caramel, Dattelnoten, kalter Schwarztee, Damassinepflaumen, parfümiert und sehr, vielschichtig, wie ein berauschendes Weinparfüm in der Nase. Im Gaumen hoch fein, tänzerisch, wieder eine berauschende Süsse, cremiges, gebündeltes Finale. Le Musigny de Bordeaux! Eine ganz grosse, jugendliche Flasche. Von diesem Wein kann man nie genug kriegen! Junge, perfekte Flasche mit: 20/20. 13: Zwei Wochen später in Zell am See: Deutlich reifendes Weinrot, oranger, und ziegelroter Rand. Dörrpflaumen, Trüffel, Ledernoten, schwarze Beeren, Walderdbeeren, ein herrlich ausladendes, facettenreiches Nasenbild zeigend. Grosses Bordeaux-Kino in der Nase. Perfekter Gaumen, dunkles Malz, mit einer unbändigen Merlotsüsse bestückt, noch recht füllig, im Untergrund sind erste Waldpilznoten, sehr aromatisch und lang im Finale. Vielleicht sind halt nur noch die Magnums die 20/20 wert. Trotzdem war dies eine fantastische Flasche. Vor allem die Finessen sind absolut genial. Es fehlte also nur ein kleines Quäntchen zur Maximalwertung. (19/20). 13: Dunkles Granat, am Rand aufhellend und dezent reifend. Warm, pflaumig, wohlig duftend im Bouquet und weit ausladend, wirkt weniger heiss wie frühere Eindrücke. Fülliger Gaumen, hier jetzt mehr die Hitze der Jahrganges zeigend, sehr konzentriert, Lakritzetouch und eingelegte Frühstückspflaumen, viel Aromatik im Finale. Eine ganz tolle Flasche! (20/20). 16: Jimmy Sichel nahm diesen Wein ins Lion d’Or in Arcins mit. Nach dem Dekantieren schien der Wein ziemlich reif, an der Luft wurde er konzentrierter und kompakter. Ein grosses Erlebnis – just am Ende der Primeurkampagne vom Jahrgang 2015. (20/20). 16: Leuchtendes Granat mit zart ziegelrotem Schimmer. Das ganz grosse Palmerbouquet zeigend, dies mit viel burgundischem Ansatz. Da ist noch erstaunlich viel primäre Frucht in Form von Preiselbeeren, Maulbeeren und rotem Cassis, auch Kräuter verfeinern das unheimlich vielschichtige Nasenbild. Im Gaumen mit einer frischen, wiederum fruchtunterstützenden Säure. Das war eine unglaublich vive Flasche, welche wie ein unerwarteter Jungbrunnen daherkam. Ich hatte da in letzter Zeit leider auch schon ein paar überreife Varianten im Glas gehabt. Ich war von Anfang bis zum Schluss positiv eingestellt. Er bekam aber auch ein paar kritische Anmerkung vom Publikum. André war auf meiner Seite. Also waren wir fachlich in der Überzahl. (19/20). 19: Füllniveau; into Neck. Dunkles Purpur-Granat, darin aber auch eine deutliche Reife zeigend. Das Bouquet ist enorm süss, zeigt Rosinen, getrocknete Datteln und Malztöne. Die Gewürznoten sind exotisch und erinnern an einen arabischen Markt. Im Prinzip habe ich ähnliche Duftkomponente auch schon bei einem reifen La Tâche (Domaine Romanée-Conti) entdeckt. Im Gaumen reif, auch hier wieder viel Dörrfrüchte zeigend, im Extrakt immer noch einen satten Kern dokumentierend. Ein grosser – wenn auch ziemlich spezieller Palmer. Exotisch und erotisch zugleich. Obwohl er ganz reif ist, profitierte er mit Luftzutritt. (19/20). 19: Eine supergeniale, betörend süsse Magnum bei einem Diner auf Angludet. Wow! (19/20).

 

Falstaff: 90/100

Mittleres Karmingranat, breiter Ockerrand. In der Nase rotbeeriges Konfit, zart nach Zwetschkenröster, eher verhalten, dezent blättrige Nuancen, ein Hauch von Minze. Am Gaumen mittlerer Körper, wirkt mineralisch, leicht austrocknende Tannine im Abgang, Bitterschokolade im Nachhall, feine ätherische Nuancen, mittlere Länge. Auch hier leider eine schwache Flasche, der Wein kann mehr, sonst einer der besten 83er, hält mit dem Margaux 1983 sonst durchaus mit.

Winkler: 95/100

Fast nicht mehr zu finden! … ausser bei winklerwein 🙂

Zusätzliche Information

Gewicht 1.3 kg