L’Evangile, 1998, 75 cl

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Trinkreife trinken ( – 2030)

Bewertung 19/20

Parker: 95/100

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SKU: oben-neu-7.2.22-L'Evangile, 1998, 75 cl

Beschreibung

Gabriel:

Trinkreife trinken ( – 2030)
Bewertung 19/20
99: Tiefes, fast schwarzes Violett. Verschwenderisches, reifes und viel Wärme ausstrahlendes Cassis- und Brombeerenbouquet, ein feiner Minzenhauch und viel dunkle Schokolade darin. Im Gaumen wie Seide; extrem zartes, schmelzendes Extrakt, das wiederum viel Brombeeren und jetzt auch Heidelbeeren freisetzt, Walnussnote, feinsandige Textur im Nachklang, ellenlanges, aromatisches Finale. Grosser, klassischer Evangile. 04: Einmal im Frühling bei Leo Hillinger getrunken. Diese Flasche brachte Patrick Bopp im Handgepäck mit. Ein zweites Mal begegnete ich ihm in einer Dreierserie als Abschluss eines grossen Diners im Uto-Kulm in Zürich. Daneben stand noch der fein-delikate Figeac und der würzig-konzentrierte Ausone. Und der Evangile? War klar der reichste und dickste Wein von allen. In der Nase die typischen Himbeerenkernnoten und auch einen Hauch Datteln, was ihn wohl zu einem Burgundischen Bouqueterlebnis in seiner Reife werden lässt. Im Gaumen reich, dick und mit Fleisch und Biss. Ein fraglos grosser Pomerol der viel mehr wert ist, als er momentan (noch) kostet. (19/20). 08: Sehr dunkles Weinrot immer noch bläuliche Reflexe darin. Volles, recht offenes Brombeerenbouquet, dunkles Malz, Kandis, noble, dunkle Edelhölzer. Im Gaumen bleiben vorwiegend schwarzbeerige Aromen zurück, warm, reif mit viel Noblesse, die Gerbstoffe sind seidig und zeigen ersten Schliff und Reife, elegantes Finale, jetzt in einer ersten, grossen Genussphase mit grossem Spass. Das geniale an diesem Wein ist das volle Aroma, bei einem höchst eleganten Körperbau. (19/20). 11: Mittleres Granat, deutlich aufhellend. Bakelitnase (reduktiv), reife schwarze Pflaumen, kalter Teekrug, Hirschleder, ausladend, hat in der Nase – von der Würze her – so etwas Chambertin-haftes. Nobel, samtig und weich im Gaumen, vom Cabernet-Franc ist noch etwas leicht unterkühltes in der Grundaromatik, aber das schafft er in den nächsten Jahren locker raus. Wird zum beruhigenden Klassiker. Zwei Stunden dekantieren oder erst ab 2018 entkorken, das ist noch besser. (19/20). 12: Am Geburtstag von Jean-Claude Bicheler in Luxemburg: Dichtes Weinrot, nur wenig Reifetöne. Geniale Cabernetfrancwürze, viel Lakritze und getrocknete Haut von schwarzen Pflaumen, erste Spuren von schwarzem Trüffel, eine geniale Tiefe aufweisend. Im Gaumen eine stoffige Textur wie Kaschmirwolle zeigend, alles bleibt im schwarzbeerigen Bereich. Der Wein ist wie ein grosser Pomerol-Nektar und alles ist reif und hat sich gefunden. Also ist hier die erste, grosse, fraglose Genussreife da. (19/20). 14: Wowowowow! Bei Lucien eine traumhaft sublime, royale Flasche. Zimt, Gewürznelken, dunkler Schokodrink. Im Gaumen samtig, dicht und extrem fein, endet mit einer ausufernden Non-Chalence. (19/20). 15: Diesmal kam er im direkten Vergleich zu Péby Faugères und Trotanoy auf den Tisch. Und – er hatte keine Chance. Denis Dubourdieu fand allerlei Fehler an diesem 98er Evangile. Das Problem momentan ist die erheblich grüne Note vom Cabernet Franc. Die ist grasig und erinnert an grüne Cornichons. Wurden die Cabernet Franc’s zu früh geerntet? Oder ist dies seine Altersgarantie? Ich hoffe, das ist nur eine momentane Zwischenphase. 16: Lucien öffnete eine Flasche. Ich hatte eine partielle, nasale Absenz. Deshalb kann ich nur vom sublim-fülligen Gaumenfluss schwärmen. (19/20). 18: Sattes, dunkles Granat, immer noch purpurne Reflexe zeigend. Das Nasenbild ist sehr präsent und gibt sich auch absolut geradlinig und präzis. Der Cabernet-Anteil erfrischt das Bouquet und verleiht ihm Tiefe und Würze. Im zweiten Ansatz; Earl-Greytouch, Brombeeren, auch Tabak und Trüffeltöne. Im Gaumen mit velourartiger Textur, gebündelt im Fluss, der Körper ist weich, alle Elemente sind perfekt ausgerichtet. Von allen Pomerols weist er die perfektesten Tannine auf. Er zeigt sich, kurz vor dem Beginn seiner vollen Genussreife, abgeklärt und man weiss genau, wohin die Reise geht. Trotz seiner absoluten Grösse gibt er sich beruhigend. Da fehlt nur noch wenige Nuancen zum Maximum. (19/20)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusätzliche Information

Gewicht 1.3 kg